Wollstrickerei Hotel Halbe

1900 – Pension Schmidt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaute der Ackerer Peter Schmidt von der Perdt ein Wohnhaus, das auf Postkarten als Pension Schmidt abgebildet ist. 1906 stellte er ein Gesuch, ihm eine dauernde Schankerlaubnis in seinem „eigens zum Wirtschaftsbetrieb erbauten Haus“ zu erteilen. Die wurde ihm verwehrt, weil „das Bedürfnis dazu mangelt“ (AZ 724/1). Am 26.06.1908 stellt er ein Baugesuch für eine Strumpffabrik (AZ 662/13).

1900 – Bauantrag Wohnhaus Schmidt
1906 – Postkarte Pension Schmidt
1900 - Bauantrag Wohnhaus Schmidt
1908 – Baugesuch Strumpffabrik
1908 - Bauplan Strumpffabrik
1908 – Bauplan Strumpffabrik

1912 – Wollstrickerei und Hotel Halbe

Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaute Pension Schmidt wurde 1912 vom Wuppertaler Ehepaar Heinrich und Emma Halbe erworben. Sie richteten im linken Teil eine Wollstrickerei und im größeren rechten Trakt ein Restaurant mit Hotelbetrieb ein, ein Schmuckstück im Luftkurort Loope. In den 1920er und 30er Jahren trug das Haus den Namen Kurhotel. Mitte der 1930er Jahre gab Heinrich Halbe seine Wollstrickerei auf.

1920 – Kurhotel Halbe
1920 - Kurhotel Halbe
1920 – Anzeige Kurhotel Halbe
1925 - Kurhotel Halbe Innenansicht
1925 – Kurhotel Halbe Innenansicht
1930 - Heinrich Halbe mit seinen Töchtern
1930 – Heinrich Halbe mit seinen Töchtern
1935 - Anzeige Gasthof Halbe
1935 – Anzeige Gasthof Halbe

1937 – Spiralbohrerfabrik

Ab 1937 wurden in der Fabrik Werkzeuge, hauptsächlich Spiralbohrer, hergestellt. Gegen Ende des Krieges wurde der zu Wohnungen umgebaute ehemalige Hoteltrakt durch eine Fliegerbombe zerstört. Nach Kriegsende wurde die Produktion in der nur wenig beschädigten Fabrikhalle von den Gebrüdern Drux und später von Heinrich Koene bis Anfang des neuen Jahrhunderts fortgesetzt.

1959 - Luftbild
1959 – Luftbild

2008 – Umbau der “Alten Fabrik“

2008 erwarb Architekt Ralf Rother das Gebäude und baute es um. Bei der Umgestaltung legte er besonderen Wert darauf, den alten Charakter des Gebäudes in der Außenfassade und im Inneren der Fabrikhalle zu erhalten. Die roten und gelben Ziegelsteine wurden sandgestrahlt, zum Teil durch neue ersetzt und die nostalgischen Gussfenster renoviert. Im Inneren wurde die Betonkappendecke mit ihren Stahl- und Gussabstützungen im Originalzustand belassen Reproduktionen von alten Fotos im Gebäude zeigen Fabrik- und Hotelbetrieb.

2010 – Neueröffnung

In der früheren Fabrikhalle entstand auf einer Fläche von 300 Quadratmetern aus Stein und Glas ein modernes
Bankgebäude. Im Januar 2010 eröffnete die Volksbank Oberberg e.G. hier eine neue Filiale. Außerdem wurden
in der alten Fabrik Büro-und Gewerbeflächen sowie Praxisräume eingerichtet.

2012 - Alte Fabrik - Volksbank
2012 – Alte Fabrik – Volksbank

Weitere Infos

https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-71122-20130806-3